Nach Singburi, wo ich die drei Tage aufgrund meiner Ohrenschmerzen überwiegend im Hotelzimmer verbracht habe, lande ich gestern in Chai Nat. Außer einem okeyen night food market bietet der Ort mir nicht viel – zumal ich mich wieder mal bei der Auswahl der Unterkunft vergriffen habe. Zu weit weg von der Innenstadt, gelegen an einer vierspurigen Schnellstraße, großes anonymes Apartmenthaus, statt – wie erhofft – individuelle AirBnB Privatbetreuung durch die Vermieterfamilie.
Allerdings liegt das städtische Krankenhaus (Jainad Narendra Hospital) in Sichtweite auf der anderen Straßenseite.
Nachdem meine kleine Schwester Jutta mir gesteckt hat, dass ich mit der entzündungshemmenden Wirkung von Ibu (die mich seit zwei Tagen weitgehend von den Schmerzen erlösen) allein wahrscheinlich nicht weit kommen werde, sondern vermutlich Antibiotika brauche, befrage ich in Ermangelung persönlicher Ansprechpartner ChatGPT nach der Alltagspraxis des thailändischen Gesundheitssystems.
Und tatsächlich funktioniert es in einem Fall wie meinem auch an einem Sonntag ganz easy:
Ich melde mich im Krankenhaus mit meinem Reisepass am Eingangsschalter an, fülle ein Formular mit den üblichen Daten aus, erhalte einen Zettel mit einer Laufnummer und werde zum Schalter der Notfallambulanz begleitet. Dort fülle ich wieder ein Formular aus, schildere kurz meine Symptome, melde mich mit meiner Laufnummer im Wartebereich der Ambulanz an, messe nach Aufforderung selbständig an einem Apparat meinen Blutdruck (128/68) und warte mit einigen anderen PatientInnen bis ich an der Reihe bin. Die junge Ärztin stellt eine fortgeschrittene Mittelohrentzündung fest, verschreibt mir ein Antibiotikum und Schmerzmittel, wünscht mir gute Besserung und rät mir, mich an einen Facharzt zu wenden, falls mein Zustand in drei Tagen nicht deutlich besser sein sollte. Die Medikamente erhalte ich sofort an einem anderen Schalter.
Nach rund 90 Minuten verlasse ich nach Zahlung von umgerechnet 3.30€ das Krankenhaus.




