blauäugige Kaffeefahrt

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An diesem Samstag bin ich schon sehr früh auf den Beinen. Überglücklich, dass mir beim Frühstück die DB-App signalisiert, dass heute – nach wochenlanger Abkopplung Wuppertals vom regionalen und überregionalen Zugverkehr – endlich wieder die Räder auf Wuppertals Schienen rollen, beschließe ich, zum Wuppertaler Hauptbahnhof zu fahren und mich spontan für ein Ausflugsziel zu entscheiden.
Vor Ort stellt sich heraus, dass die monatelangen Sanierungsarbeiten am Wuppertaler Hauptbahnhof noch voll im Gange und die Verbindungen ins restliche Deutschland noch massiv eingeschränkt sind. S8 und S9 und einige Regionalexpresslinien jedoch fahren.
Meine Wahl fällt auf den RE4. Der soll mich – voll klimatisiert und mit viel freien Plätzen – in weniger als zwei Stunden nach Aachen bringen. Den Kaiserdom zu besuchen, einen Kaffee zu trinken, auf der Fahrt meinen Roman fertig zu lesen und am späten Nachmittag wieder zurück zu sein, um in Aprath beim diesjährigen Food-Truck-Festival frühere Kolleginnen und Kollegen wieder zu sehen – soweit mein Plan.
Aber es kommt ganz anders:
Beim Eisbecher auf dem Vorplatz am historischen Rathaus abhängend, will ich meine Rückfahrt checken und erfahre durch die App, dass die Bahn aufgrund der extremen Hitze aus Sicherheitsgründen den Verkehr für zahlreiche Regionalexpresslinien (darunter auch der RE4) eingestellt hat.
Meine Rückfahrt erfolgt dann mittels vollkommen überhitzter und überbesetzter S-Bahn-Linien über Düren, Köln, Düsseldorf nach Wuppertal. Inklusive der Wartezeiten auf den Bahnsteigen brauche ich rund viereinhalb Stunden – für meinen geplanten Besuch bei meinem letzten Kollegium fehlt mir nach dieser Tortur nicht nur die Zeit sondern auch Kraft und Motivation.
Ende der Durchsage!

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