Nachholbedarf

Die vier Wochen zusammen mit Phim in meiner Umgebung waren einerseits wunderschön: dieses lebensfrohe, (fast) immer gut gelaunte, Freude und Energie ausstrahlende Wesen um mich zu spüren, hat mich sehr glücklich gemacht. Andererseits war die Zeit mit Phim auch sehr anstrengend für mich, weil sie keinerlei Erwartungen oder Wünsche formuliert, selbst nicht aktiv wird und auch – ohne intensives Nachfragen meinerseits – keinerlei Rückmeldung gibt über die von mir angestoßenen Aktivitäten, so dass ich mir über die gesamte Zeit einen Wahnsinnsdruck auferlegt habe, weil ich diese Besuchszeit für Phim so schön und intensiv wie möglich gestalten wollte.
Wenn ich mit ihr in Südostasien zusammen bin, ist die Situation eine vollkommen andere: In Phimai sowieso, weil sie tagsüber in ihrem Shop arbeitet und wir uns zu ausgewählten Aktivitäten verabreden und ansonsten nur nachts zusammen sind. Wenn wir zusammen auf Reisen gehen (Thailand, Laos, Vietnam, Philippinen) passe ich die Reiseroute zwar eher an ihre Bedürfnisse an als an meine, fühle mich dann aber eher frei, auch mal Tage nach meinen Bedürfnissen zu gestalten – selbst wenn Phim dann in der jeweiligen Unterkunft zurück bleibt.
Kurz und klein: es ist mir in den vier Wochen auch manchmal recht eng geworden.

Meinem großen Bewegungsdrang draußen kann ich in dieser Woche wieder nachkommen.

Ich beginne am Montag auf dem Gravelbike mit meiner kleinen Hausrunde.
Weil es weiterhin furchtbar heiß ist, die Tour am Vortag aber so viel Spaß gemacht hat, geht es am Dienstag sofort auf die erweiterte Hausrunde. Es sind nur sechs Kilometer aber gut dreihundert Höhenmeter mehr als auf der normalen Runde.
Am Mittwoch bleibt das Rad im Keller. Ich fahre mit der 640 nach Ronsdorf, spaziere durchs Gelpetal nach Cronenberg, von wo aus mich der CE64 zum Hauptbahnhof bringt.


Heute (Donnerstag) sind die Temperaturen richtig angenehm, so dass ich einen größeren Ausritt (53 Kilometer) mit dem Gravelbike unternehme. Die Tour ist sehr einfach: Auf der Trasse bis zum Ottenbrucher Bahnhof, von da über meinen langjährigen Schulweg (In der Beek, Bayer Forschungszentrum) nach Aprath. Dort über die Zeittunneltrasse nach Rohdenhaus. Über Flandersbach nach Heiligenhaus, wo es am Rathausplatz einen Cappuccino und ein Eis gibt. Über die Panoramatrasse durch Hetterscheidt und Velbert zurück nach Aprath. Ich war dermaßen glücklich und zufrieden, dass ich mich dann zu zwei Schlenkern entscheide, die ich früher mit dem Mountainbike ab und an mal gefahren bin. Es ist easy und großartig! Nach Hause über die Trasse.
(Die Fotos – mit Ausnahme des ersten – sind auf diesen beiden „Schlenkern“ gemacht)





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