vom viktorianischen England über das Briller Viertel nach Norwegen

Merzouga&Filippa Gojo im Loch.
Die Elektronikerin Eva Pöpplein und der E-Bassist/Komponist Janko Hanushevsky vertonen Gedichte der Dichterin Emely Bronte (1818 – 1848) über die Yorkshire Moore zu Songs, die sie mit der Sängerin Filippa Gojo zu einer Performance verdichten.
„Das Prinzip der Torfbildung übersetzen die drei in ihrem Liederzyklus musikalisch: Vibrierende Akkordlayers und flirrende Cluster aus Stimme, präpariertem E-Bass und Elektronik, Field-Recordings und Lyrik verbinden sich zu einem großen Klang, der die Jahrhunderte miteinander in Beziehung setzt…“
Meine hohen Erwartungen an dieses Konzert werden nicht erfüllt, Filippa Gojo hat eine großartige Stimme, auch die Klänge, die Janko Hanushevsky seiner Bassgitarre mit Hilfe von Alltagsgegenständen (u.A. Spülbürste) entlockt, sind interessant, aber insgesamt verbindet sich für mich hier nichts „zu einem großen Klang“, zumal die dominanten Elektroniksounds, von Eva Pöpplein produziert, oft wie zufällig daherkommen.

In Erinnerungen schwelge ich bei meinem Spaziergang durchs Briller Viertel hinauf auf den Nützenberg.
54, 10, 30 – so die zeitliche Abfolge der Hausnummern meiner Wohnungen auf der Roonstraße. In der 30 bei Peter Bujak habe ich fast zwanzig Jahre meines Lebens verbracht, unzählige Schweinehunde überwunden, um den steilen Anstieg hinauf zum Nützenberg für meinen Waldlauf hinter mich zu bringen.

Vollkommen beseelt erlebe ich zusammen mit vielen, vielen anderen Gästen das großartige Konzert des Tuva Halse Quintets.
Fünf junge, begnadete VollblutmusikerInnen aus Norwegen haben Spaß am Musikmachen, begeistern sich gegenseitig mit ihrer Spielfreude und natürlich auch das Publikum, das nach zwei Zugaben und Standing Ovations zufrieden nach Hause geht.


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