Diesen MTB-Trail bin ich zuletzt vor 8 Jahren gefahren. Bevor ich 2018 nach aus der Roonstr. im Briller Viertel nach Oberhausen umzog, war dies meine Hausrunde.
Heute – zur MountainbikeSaisonEröffnung bei schönstem Frühlingswetter – steht die Frage „geht´s noch?“ in dreifacher Hinsicht auf der Tagesordnung:
- Finde ich den Trail ohne Zuhilfenahme irgendwelcher Karten bzw. GPS-Geräten überhaupt wieder?
- Schaffe ich rein körperlich die Strecke, die bis vor 8 Jahren so etwas wie meine Feierabendrunde war, überhaupt noch?
- Ist mein klappriges, altes Bergamont Hardtail, das in den vergangenen sieben Jahren kaum geprüft, sondern überwiegend für flache, gut ausgebaute Strecken entlang dem Rhein-Herne-Kanal (Oberhausen) bzw. durchs Alte Land (Hamburg) genutzt wurde, ist dieses Rad noch geeignet, Höhenmeter in ruppigem Gelände des Wuppertaler Umlandes mit mir (ebenfalls klapprig, alt, …) zu machen?

Meine Erkenntnisse nach 32 Kilometern und 460 Höhenmetern:
Die Anfahrt zu diesem Trail ist über die Nordbahntrasse bis zum Ottenbrucher Bahnhof, über die Viktoriastr. zum Arrenberg etwas aufwändig, aber easy machbar. Ich bin erstaunt, wie gut ich die steilen und für mich ungewohnt langen Anstiege (z.B. vom Arrenberg zur Königshöhe) bewältige. Meine Puls liegt oben bei 160 bpm, ist aber nach kurzer Pause wieder im Normalbereich. Auch die späteren Anstiege im Burgholz – hoch zur Kaisereiche z.B. – sind mühsam und brauchen ihre Zeit, weil ich oft im kleinsten Gang unterwegs bin, aber ich habe nie das Gefühl zu verrecken.
Auch mein Orientierungssinn, das Gespür für Richtungen und Abzweigungen, die zu nehmen sind, funktioniert z.T. recht gut. Aber spätestens ab dem Verlassen der Zeppelinallee bin ich lost: Es ist so viel gebaut worden, ganze Siedlungen sind in der Rutenbeck z.B. entstanden (der kleine Weiler mit Höfen aus dem 19. Jh. ist nun ein Villen“viertel“), so dass meine ehemalige Route hinüber zur Sambatrasse einfach nicht mehr existiert. Ich verbringe also viel Zeit mit Suchen und Staunen.
Für meine Rückfahrt will ich in Sonnborn die Nordbahntrasse nutzen. Bis zur Bayer Halle ist dieser Plan leicht umsetzbar. Aber dann erweist sich das Sonnborner Kreuz und die nicht existente Ausschilderung zur Trasse als schwerer Gegner.
Als ich nach rund vier Stunden in der Gronaustraße ankomme, bin ich vollkommen kaputt aber auch zufrieden mit mir und meiner geht´s noch Tour. Eine kleine Unterstützung durch einen Elektromotor kann ich mir ganz gut vorstellen.


Am Abend zuvor gab es im LOCH ein mitreißendes Konzert des Lyriska Trios. Auch nach der zweiten Zugabe wollte das begeisterte Puplikum die Musiker nicht von der Bühne lassen.
