Obwohl ich prima geschlafen habe, spüre ich am Morgen deutlich, dass ich nach meiner Mountainbiketour gestern unbedingt einen Ruhetag brauche. Ich entschließe mich spontan, nach Münster zu fahren um dort in der wunderschönen Atmosphäre der Altstadt einen Kaffee zu trinken, in der Sonne zu sitzen und zu lesen.
Die riesige Anzeigetafel am Wuppertaler Hauptbahnhof zeigt mir, dass mein gewünschter Zug 40 Minuten Verspätung hat, in drei Minuten jedoch auf Gleis 1 ein RE nach Köln pünktlich abfährt. Also verlege ich meinen Ruhetag nach Köln.
Tatsächlich statte ich nach langer, langer Enthaltsamkeit dem Dom einen kurzen Besuch ab, schlendere durch die Altstadt, genieße einen Cappuccino in der Sonne und kann mich auf einer Bank am Alter Markt gar nicht auf mein Buch konzentrieren, weil es viel spannender ist, den Hochzeitsgesellschaften, die vor und nach der Trauungszeremonie open air ihre Feierlichkeiten mit Fotograf, Sekt und Luftballons abhalten, zuzuschauen.
In Gedanken an die Erfahrungen meiner gestrigen MTB Tour frage ich Google Maps nach Fahrradgeschäften im Zentrum Kölns.
Tatsächlich haben sowohl Fahrrad ROSE aus Bocholt als auch CUBE ein Geschäft am Kölner Ring. Das Ergebnis der Besuche ist enttäuschend: Cube setzt voll auf Power, d.h. starke Boschmotoren mit großen Akkus – mit einem Gewicht von weit über 20 kg. Rose hat zwar das Rad so wie ich es mir vorstelle (Bonero: Hardtail, kleine elektrische Unterstützung, 16 kg leicht – genau was ich suche. Allerdings ist der Akku im Rohr integriert. Zum Laden braucht man eine Steckdose in Fahrradnähe – die habe ich nicht im Keller.
Zu allem Überfluss komme ich am Ende des Tages durch meine Fahrradlädenexkursion auf mehr als elf gelaufene Kilometer – war wohl nix mit Ruhetag.




